26. Juni 2015      
Willi wird 50         minus 10 =


       

Lieber Willi,

Was wär das Kegelteam ohne dich“ –

 

In diesem Sinne vielen Dank für deine heutige Einladung,
an uns, dein Kegelteam und unsere lieben Frauen.


Gerne sind wir heute nach Volkesfeld gekommen,
nicht nur weil wir hier vor 10 Jahren bereits eine tolle Feier im Gemeindehaus,
sondern auch einen tollen Auftritt als Personenschützer mit Angela und
Gerhard als Überraschungsgäste hatten. Leider war Gerhard heute bei seinem
engen Freund Putin eingeladen, Angie wollte trotz ersten Bekundens kommen,
aber die schweren Verhandlungen mit der griechischen Regierung haben ihr die
Lust am Feiern genommen. Sie wollte uns die Stimmung nicht vermiesen.
Sie lässt alle herzlich grüßen und
drückt dich ganz fest.


Wir sind natürlich auch gerne gekommen, weil wir dir das einfach schuldig sind.
Du kommst bei Wind und Wetter, Sommer wie Winter, mit Auto, Fahrrad und
manchmal auch zu Fuß, jeden zweiten Donnerstag zum Kegeln nach Wehr.
Das ist
beachtlich.


Beachtlich ist auch, dass du einer der Wenigen Gründungsmitglieder im Kegel-
team bist. Na, was heißt das? Das Kegelteam wurde 1985 gegründet und du Willi
bist so lange Mitglied, wie der Verein jung ist: 30 Jahre. Wenn man mal
vernachlässigt, dass du die ersten Jahre noch in Wehr gewohnt hast, dann sind
dies bei ungefähr 18,4 km hin und zurück x 26 x Kegeln im Jahr x 30 Jahre ziemlich
genau 14500 km, die du in dieser Zeit zurückgelegt hast.
Dabei sind einige Schlangenlinien schon eingerechnet ... natürlich als Fußgänger.


Du bist mit dem Kegelteam eng verbunden. Du liebst das Kegeln – das zeigt zumindest
dein Können ... zumindest in den ersten 20 Jahren. Heute fällt es uns und auch dir trotz
guten Trainings und doch noch tollen Bodys - aller Kegelmitglieder - immer schwieriger,
richtig gut in Hocke zu gehen und die Kugel sanft aufzusetzen. Kleinere Wehwehchen
an Knien, Hüften und sonstigen, ansonsten
unwichtigen Stellen behindern die doch
gewohnte Professionalität. Immerhin waren wir einige Jahre in Folge Dorfmeister
und du hast einige Pokale auch in der Einzelwertung auf Volle und Rheinische abgeräumt.


Du bist mit dem Kegelteam aber auch eng verbunden, weil du gerne mit auf Tour fährst
und dort für die Geselligkeit mit Witz und guten Gesangseinlagen stehst und auch mit
Ausdauer an der Theke dabei bist. Manchmal – zu fortgeschrittener Stunde oder beim
morgendlichen Frühstück erzählst du auch mehr oder weniger abwechslungsreiche
Geschichten und Erlebnisse, die dann dem ein oder anderen Kegelbruder ein Zeichen der
Müdigkeit hervorrufen. Naja, wer muss nicht mal eingestehen, dass es begeisternde Geschichten gibt?

Eine Kegeltour in den Westerwaldtreff werden wir und du sicher aber nie vergessen: Du hast
nichts getrunken, morgens, wenn wir unsere Wunden geleckt haben, warst du joggen ... und
bis zum Schluss bist du nicht geblieben, sondern am Morgen des 6. Oktober 2002 frühzeitig
abgereist. Krank? Nein, du und Andrea, ihr erwartet die Geburt eures Sohnes und tatsächlich,
als wir heimkamen, warst du wieder Vater.

Aktuell bist du auch unser Tourmächer. Du entscheidest zusammen mit Georg in diesem
Jubiläumsjahr  über das Programm – Zwischentour, Vatertag, Weinfest, Kegeltour und
bestimmt noch eine Jexit    – Jubiläumsjahr-Ausgangtour.

So ich will zum Schluss kommen. Denn nach den Gesetzen guter Redner sollte das
Vorwort nicht länger sein als der Hauptteil.

Zum Schluss möchte ich daher deine größte Stärke nochmals hervorheben. Du bist unser
absoluter Aktivposten, wenn es um die kulturelle, musikalische Gestaltung von Feierlichkeiten
und Touren geht. Du singst nicht nur toll, du textest auch noch bekannte Lieder passend auf
unseren Verein und deine Kegelkameraden um und begleitest deinen Gesang dann auch noch
gekonnt mit der Konzertgitarre.


Lieber Willi,

Was wär das Kegelteam ohne dich“.

Ja, und genau dieses Problem hat sich heute gestellt.
Was sollen wir vorführen?
Keiner kann Gitarre spielen.
Keiner kann unter Berücksichtigung des Taktes bekannte Liedtexte anpassen.
Jeder singt gerne zur fortgeschrittenen Stunde, aber Hand aufs Herz, für einen
Auftritt vor deinen Gästen reicht es nicht.

Also, was machen?

Georg und Markus haben dann eine Idee entwickelt, ihre ganze Kreativität versprüht
und unter Anleitung erfahrener Tanzcoaches haben wir heute eine Performance vorbereitet.
Sie verlangt keine künstlerische Ader, keine sportliche Akrobatik –
sie verlangt nur Mut ... und Überwindung.


Es ist eine Uraufführung.

Eins ist aber auch gewiss: Es wird kein Remix, kein Relaunch oder wie auch immer
mehr geben. Wir machen es auch nur einmal. Und eins noch – Filmen oder Fotografieren
ist absolut untersagt. Wer sich nicht dran hält, wir ziehen Ihnen den Film aus dem Smartphone.


                     Also – Position einnehmen und Musik ab.

 

                                                                                                                        .... by Fritz


 

 

Niedermendi